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Der Kalmenhof damals Die nationalsozialistischen "Euthanasie"-Verbrechen Zur Ausstellung Die hier gezeigte Ausstellung ist Teil einer Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Kalmenhofs in Idstein, die die Gesamtgeschichte des Kalmenhofs unter dem Titel "Erziehbar - Bildbar - Brauchbar" darstellt. Die Darstellung der "Euthanasie" im Nationalsozialismus wurde aus dieser Gesamtausstellung übernommen und nach neueren historischen Erkenntnissen entsprechend überarbeitet.

Die Heilerziehungsanstalt Kalmenhof in Idstein war in der Zeit von Oktober 1939 - März 1945 eine Einrichtung, in der nationalsozialistische "Euthanasie"-Verbrechen durchgeführt wurden.

Der Kalmenhof in Idstein fungierte im Rahmen der nationalsozialistischen T4-Aktion als Zwischenanstalt, im Rahmen der Ermordung von neugeborenen Kindern mit Behinderung als sogenannte Kinderfachabteilung und im Rahmen der 2. Phase der "Euthanasie"-Verbrechen "als Mordanstalt für Kinder und jungen Erwachsene". Nicht in jedem Einzelfall kann der Tod durch Spritzen und Medikamente nachgewiesen werden. In vielen Fällen sind die Kinder und jungen Erwachsenen auch durch Vernachlässigung und Unterernährung gestorben.

Die Ausstellung macht deutlich, dass damals das Leben von kranken und behinderten Menschen als "lebensunwert" galt. Heute wollen der Landeswohlfahrtsverband Hessen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kalmenhofs einen Beitrag dazu leisten, dass an diese Geschichte erinnert wird und dass das Leben für Menschen mit Behinderung "lebenswert" gestaltet wird.

Die Opfer Wandtafel: I. Stock

Die nationalsozialistischen "Euthanasie"-Verbrechen hatten einen Vorläufer in der Zwangssterilisierung. Rechtsgrundlage war das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14.07.1933. Das Gesetz greift einen Gesetzesentwurf aus dem preußischen Landtag in Weimarer Zeit auf. Durch die nationalsozialistische Reichsregierung wurde in dieses Gesetz nur eine Regelung zur Anwendung von unmittelbarem Zwang für die Durchsetzung der Sterilisierung eingeführt.

Im Deutschen Reich wurden in den Jahren 1933-1945 ca. 350.000 Menschen zwangssterilisiert. Ca. 200 Jugendliche und Erwachsene aus dem Kalmenhof wurden Opfer der Zwangssterilisierung.

Auf der Tafel "Die Opfer" werden auch die Todeszahlen im Kalmenhof dokumentiert. Auf dieser Tafel wird von über 750 nachweisbaren Toten ausgegangen. Die Quellenlage zur genauen Zahl der Toten gestaltet sich schwierig. Folgende Angaben über Todesfälle liegen nach unterschiedlichen Quellen vor:

Nach den Angaben des Standesamtes 719 Tote,
nach den Prozessakten der Kalmenhof-Prozesse 358 Tote,
nach dem Hausbuch 292 Tote,
nach dem katholischen Register 201 Tote,
nach dem evangelischen Register 122 Tote,
nach der evangelischen Chronik ca. 690 Tote,
nach den Angaben des Totengräbers 556 Tote.

Die unterschiedlichen Quellen müssen teilweise ergänzt und addiert werden, weil der Totengräber z. B. nur die Toten auf dem Gräberfeld im Kalmenhof gezählt hat und das katholische und evangelische Sterberegister nur die Toten beinhaltet, die kirchlich in Idstein auf dem Friedhof beerdigt wurden. Deshalb kann generell von einer Zahl von mehr als 750 Toten ausgegangen werden.


Objektbeschreibung: Die Kinderfachabteilung war im zweiten Stockwerk, sowie in zwei Räumen des dritten Stockwerks untergebracht. Beschreibung: Der Kalmenhof in Idstein war an der Durchführung der nationalsozialistischen T4-Aktion beteiligt, die zum Ziel hatte, krankes und "unwertes" Leben "auszulöschen". Auf dem Idsteiner Kalmenhof, einer psychatrischen Einrichtung, sind Jugendliche, deren Leben von den Nationalsozialisten als "lebensunwert" eingestuft worden war, verstorben. Der Kalmenhof gehörte dem Reichsausschuß an. Dieser war eine Tarnbezeichung für die Kindstötung. Unklar ist, welche der Jugendliche durch Vernachlässigung und welche durch gezielte Tötung durch Medikamente verschieden sind. Für die Kinder wurde 1941 eine eigene Station eingerichtet, die "Kinderfachabteilung". Auf dieser wurden die Kinder unter der Vorspiegelung medizinischer Versorgung untergebracht, aber der eigentliche Zweck der Abteilung war die Tötung der Kinder. Hierfür verwendete das Personal Medikamente, die den Kindern unter das Essen gemischt wurden. Zwischen 30 und 40% der hier untergebrachten Kinder verstarben auf dem Kalmenhof. Die Gruppe der auf den Kalmenhof Getöteten umfasst geistig Behinderte, Epileptiker, "Arbeitsscheue", "Bettnässer", "Asoziale", Fluchtverdächtige und Mitwisser. Zudem wurden rund 250 Jugendliche und Erwachsene, die Patienten auf dem Hof waren und deren Diagnose auf "angeborenen Schwachsinn" lautete, in umliegenden Krankenhäusern zwangssterilisert. Das auf dem Kalmenhof eingesetzte Personal erhielt für jeden "Sterbefall" eine Sonderzahlung, die zunächst bei 5,00 RM, später bei 2,50 RM lag. Von Idstein aus wurden seit Januar 1941 - vermutlich bis in den August 1941 hinein - Patienten in die Landesheilanstalt Hadamar verlegt und dort getötet. Der Kalmenhof 1880 Der Kalmenhof 1910 So hat der Kalmenhof zur Zeit meiner Mutter Ausgesehen, als sie 1943 dort hin kam im alter von 12 Jahren. Als ich selber 1967 in den Kalmenhof kam waren die Genbeute immer noch so da. Das Rosenhaus Das Buchenhaus am Kalmenhof